Heute beginnt Frauenfußball-WM 2011 in Berlin, am 28.6. in Dresden

Torjubel (Foto: mardin)

Die Frauenfußballwelt ist diesen Sommer zu Gast in Deutschland, 16 Teams wollen den Pokal. Auch bei uns in Sachsen können wir Fußballfreundinnen der Welt begrüßen: mit Kanada, USA, England, Neuseeland, Nigeria, Nordkorea und höchst wahrscheinlich auch Brasilien im Viertelfinale kommen die unterschiedlichsten Länder und Kulturen nach Dresden. Die Stadt wird bunt und fröhlich und zu einem Ort für Begegnung, Austausch und Spielfreude.

Frauenfußball wird heute weltweit gespielt aber immer noch unter unterschiedlichen Bedingungen. Eine lange Geschichte von Verboten, Behinderungen, Belächeln bis zur Freude über grandiose Erfolge hat der Frauenfußball auch in Deutschland hinter sich. Noch 1955, ein Jahr nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft der Männer in Bern entschloss sich der DFB den Frauenfußball in Deutschland zu unterbinden. Es gab ein Verbot für alle Vereine Frauenabteilungen zu unterhalten oder Spielstätten zur Verfügung zu stellen. Die Begründung war schlicht ‚im Kampf um den Ball erleidet die weibliche Anmut, Körper und Seele unweigerlich Schaden und das Zuschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand‘. Erst 1970 hob der DFB das Verbot auf, und dem Spiel ums runde Leder durfte mit dem Segen der DFB Herren auch wieder von sportbegeisterten Frauen in Vereinen gefrönt werden. Allerdings mussten sich die Frauen merkwürdigen Regeln unterwerfen: kleinere Bälle, kürzere Halbzeiten, keine Stollenschuhe, längere Winterpause und sie mussten gegen das Vorurteil‚ Frauen kennen keinen Teamgeist‘ aus Presse, Funk und Fernsehen anspielen.

Und es gelang ihnen. Seit 1984 gibt es Europameisterschaften für Frauen. Das deutsche Team wurde 1989 zum ersten Mal Europameisterin und gewann dafür ein 40-teiliges Kaffeeservice! Im Jahr 1991 fanden die ersten offiziellen Weltmeisterschaften für Frauen statt. Deutschland ist seit 2003 Weltmeisterin und lädt dieses Jahr die Freunde der Welt ein.

Mit ihren Erfolgen hat die deutsche Nationalmannschaft den Frauen- und Mädchensport nicht nur in Deutschland beflügelt. Viele Mädchen und Jugendliche eifern ihnen nach. Die gesellschaftliche Vorbildfunktion und ihre Verantwortung versucht die FIFA Frauen WM auch mit ihrem Umweltprogramm „Green Goal 2011“ wahrzunehmen. Damit soll das Sommermärchen zur klimafairen Fußball-WM werden, was angesichts von 40.000 Tonnen zusätzlichen Kohlendioxids auch dringend angeraten ist. Mit grünem Strom, wassersparenden Armaturen in den Stadien und ÖPNV Tickets soll die Umwelt geschont werden. Das ist ein wichtiges Signal, denn die Klima- und Umweltbilanz von Sportgroßveranstaltungen ist oft katastrophal.

Am 26. Juni beginnt das Frauenfußball-Sommermärchen in Berlin – am 28. Juni in Dresden. Drücke unseren Frauen die Daumen, wenn sie nach dem dritten Meisterinnenstern für Ihre Trikots greifen.

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