Ein neues Maß für Wohlstand

Heute hat das Statistische Landesamt Sachsen eine Broschüre zum Thema »Indikatorenset Wohlfahrtsmessung – Ausgabe 2013« in der Reihe »Statistisch betrachtet« veröffentlicht. Damit soll die aktuelle Debatte zum Wohlfahrtsbegriff, der über reines Wirtschaftswachstum hinaus geht, mit Daten unterfüttert werden. Verwendet wird ein Indikatorensystem, was Länderdaten aus den Bereichen Wirtschaftsleistungen, Lebensqualität  und Nachhaltigkeit einbezieht und somit Rückschlüsse auf die Wohlfahrtsentwicklung in Sachsen ermöglichen will.

Das ist zu begrüßen. Denn um zu erkennen, was unser Land erfolgreich und für die Sachsen lebenswert macht, reicht der alleinige Blick auf das Bruttoinlandsprodukt nicht aus. Es ist sehr gut, dass das Statistische Landesamt mit seiner aktuellen Veröffentlichung erstmalig Angaben zu Lebensqualität und Nachhaltigkeit in die Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung Sachsens einbezieht. Das ist ein erster wichtiger Schritt, um die Herausforderungen für Sachsens Wirtschaft und unsere Gesellschaft zu verdeutlichen. Politik muss mehr als Wirtschaftswachstum im Blick haben. Mindestens genauso wichtig sind gute Bildung, Gesundheit und die Überlebensfähigkeit unserer Umwelt. Um auf den Klimawandel und demografische Herausforderungen in Sachsen zu reagieren, hilft das Wissen über gesellschaftliche Kosten von Umweltzerstörung genauso wie Daten über soziale Kontakte, Gesundheit und Mitspracherechte.

Wir sollten den eingeschlagenen Weg weitergehen, die Angaben solcher Berichte ausbauen und die Ergebnisse vor allem ernst nehmen. Künftig sollte noch genauer erfasst werden, wie gut es uns Sachsen wirklich geht. Für die Politik sollten Lebensqualität und Nachhaltigkeit besonders entscheidend sein. Gerade dort fehlt es im Bericht aber offenbar noch an ausreichenden Datengrundlagen. Das Statistische Landesamt muss dafür ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen.

Der Bericht ist hier auf den Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen abrufbar.

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