Bild von Paneldiskussion 'Ein Jahr Corona: Wie groß ist das Vertrauen der Deutschen in die Medien?', MTM 2021, © Viktoria Conzelmann

#MTM2021: Paneldiskussion zu Medienvertrauen in Corona-Zeiten

Am 2. Juni 2021 war ich bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig zu Gast. Auf dem Podium zum Thema Ein Jahr Corona: Wie groß ist das Vertrauen der Deutschen in die Medien? habe ich mit Marlehn Thieme (ZDF Fernsehrat), Carolin Ollivier (ARTE Journal), Tom Zwiessler (RTL2), Nathanael Liminski (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) und Prof. Dr. Oliver Quiring (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) über folgende Fragen diskutiert: Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Vertrauen der Menschen in die Medien ausgewirkt? Warum nimmt die Rolle sozialer Netzwerke bei der Meinungsbildung weiter zu? Aus welchen Gründen vertraut ein signifikanter Teil der Bürger*innen klassischen Medien nicht (mehr)? Und was können Medienmacher*innen tun, um Medienskepsis und Misstrauen abzubauen?

Medienvertrauen während Pandemie gewachsen

Aus meiner Sicht ist ein breites Vertrauen in die Medien fundamental für eine demokratische und liberale Gesellschaft. Die Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen 2020 von Kommunikationswissenschaftler*innen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter Prof. Dr. Oliver Quiring zeigt, dass das Medienvertrauen der Bevölkerung während der Corona-Pandemie gewachsen ist, besonders beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und bei Tageszeitungen. Auch wenn Verschwörungserzählungen derzeit weit verbreitet scheinen, kommen sie nur bei wenigen Menschen an. Nur 16 Prozent der Befragten haben 2020 kaum oder keinerlei Vertrauen in die Medien.

Die Corona-Krise ist ein Stresstest für unsere Demokratie. Deshalb ist die Tendenz, die sich in den Ergebnissen der Mainzer Langzeitstudie zeigt, ein gutes Zeichen. Wichtig ist aber, genau hinzusehen und dahinterliegende gegenläufige Tendenzen in unserer Gesellschaft zu erkennen: Einerseits gibt es ein grundsätzliches Vertrauen in Medien und Institutionen und damit auch eine Unterstützung der Demokratie. Andererseits sehen wir eine Ablehnung von demokratischen Aushandlungsprozessen, Institutionen und Wissenschaft. Wir müssen mehr erfahren über die Grauzonen dazwischen. Denn: Geringeres Medienvertrauen ist nicht gleich Misstrauen, Medienkritik ist nicht gleich Glaube an die “Lügenpresse”. Viele Menschen können wir wieder mitnehmen, und dafür lohnt es sich einzusetzen!

Hier gibt’s den Mitschnitt der Paneldiskussion zum Nachschauen.

Vielen Dank für die Fotoaufnahme an das Team der Mitteldeutschen Medientage (Foto © Viktoria Conzelmann)

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