Kritik an Geschäftsführer der Gedenkstättenstiftung – BÜNDNISGRÜNE: Angriff auf die Erinnerungskultur darf nicht unwidersprochen bleiben

Pressemitteilung Nr.: 80/2020
Datum: 01.07.20

Dresden. Zu den jüngsten Äußerungen des Geschäftsführers der Sächsischen Gedenkstättenstiftung Siegfried Reiprich auf Twitter erklärt Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Diese Äußerungen sind unsäglich und erzeugen zurecht einen Aufschrei über Sachsens Grenzen hinaus. Der Begriff ‚Bundeskristallnacht‘ in Bezug auf die gewalttätigen Vorfälle in Stuttgart relativiert auf irrwitzige Art und Weise NS-Verbrechen, konkret die antisemitischen Novemberpogrome von 1938. Das Fabulieren über eine weiße Minderheit in Europa gibt rassistischen und rechtsextremen Angriffen auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt Vorschub.“

„Reiprich diskreditiert damit die NS-Aufarbeitung aber auch die Erinnerungskultur in Sachsen als Ganzes, für die er sich als Leiter der zentralen Fördereinrichtung eigentlich einsetzen soll. Er hat jegliche Akzeptanz verloren. Er hat sich damit der Grundlage entledigt, als Geschäftsführer die Stiftung noch länger nach außen zu vertreten.”

„Der Stiftungsrat muss ein klares Signal an die erinnerungskulturellen Akteure in Sachsen und auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung senden und dem Geschäftsführer entschieden widersprechen. Dadurch kann weiterer Schaden von der Erinnerungskultur und der historischen und demokratischen Bildung in Sachsen abgewendet werden.“

Hintergrund:

Betreffende Beiträge von Siegfried Reiprich auf Twitter:

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