Rede zu Sachsens Geschichte als Ergebnis des Erfindergeistes und der Ingenieurskunst

Diesen Redebeitrag finden Sie auch hier im Video.

Redebeitrag der Abgeordneten Dr. Claudia Maicher zum Antrag der LINKE-Fraktion:
„Sofortige Neuplanung der 4. Sächsischen Landesausstellung zur Industriekultur 2018“ (Drs. 6/254)
6. Sitzung des 6. Sächsischen Landtags, 28. Januar 2015, TOP 11

– Es gilt das gesprochene Wort –

 

Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass Sachsen auch jenseits des Dresdner Barocks eine Geschichte hat, verdanken wir dem Erfindergeist und der Ingenieurskunst in diesem Land. Die sächsischen Industriemuseen bewahren, erforschen und vermitteln Industriekultur und machen sie für neue Generationen erlebbar. Eine Landesausstellung verleiht dem großen Stellenwert der Industriekultur Ausdruck – und sie soll diese nachhaltig befördern.

Zur Ausgangslage für die Landesausstellung 2018 in Zwickau wissen wir heute mehr. Das ursprüngliche Konzept ist obsolet. Die Bedingungen für eine Landesausstellung Industriekultur haben sich dort mit einem Neubau wesentlich verändert. Vor diesem Hintergrund halten auch wir eine Neubewertung und Neuplanung durch den Freistaat für notwendig und sind für das bestmögliche Konzept offen.

Das neue Angebot der Stadt Zwickau hat das Manko, dass eine Verschiebung der Landesausstellung auf 2019 praktisch unumgänglich wäre. Wir teilen die Auffassung von Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange, dass Alternativen geprüft werden sollten. Die Entscheidung ist dringlich, sie muss aber gründlich mit Fachexpertinnen und -experten beraten werden.

Für uns GRÜNE sind beim derzeitigen Stand der Dinge noch einige Punkte unklar geblieben.

Eine sehr starke Verkleinerung der ursprünglich angesetzten 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – wie von Ihnen, Frau Ministerin Stange, Anfang Januar vorgeschlagen – klingt zunächst nach weniger Kosten. Es spart vielleicht auch Zeit. Und es bringt sicher mehr Orte als zentralen Ausstellungsraum ins Spiel. Aber kann man damit eine überregionale Ausstrahlung erreichen? Das sollte jedenfalls im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept diskutiert werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wirklich bedeutend wird die Landesausstellung, wenn sie das Besondere der sächsischen Industriekultur herausstellt: die Vielfalt der Branchen von der Textil- bis zur Automobilindustrie. Wir befürworten daher einen ergänzenden dezentralen Ansatz, bei dem auch weitere Standorte an authentischen Orten der Industriegeschichte diese Vielfalt repräsentieren.

Für uns GRÜNE besteht ein wesentliches Erfolgskriterium darin, dass etwas hängen bleibt für die Industriekultur in der Region Süd-West-Sachsen, aber auch für die Museumslandschaft im gesamten Freistaat. Das sollte jetzt bei der Planung zentral sein. Vor diesem Hintergrund ist auch der Einsatz von Mitteln zu bewerten.

Dazu gehört, ein dauerhaftes regionales Netzwerk von Standorten aufzubauen.

Bleibende kulturelle und auch touristische Effekte erreichen wir,
wenn originelle Sonderausstellungen eine Zugkraft entfalten,
wenn die Ausstellungsorte erhalten bleiben und
wenn diese auf ein neues Niveau in der Bekanntheit aber auch der musealen Arbeit gehoben werden.

Und die Landesausstellung sollte gute Beispiele zur Entwicklung von Lernorten hervorbringen oder zur Vernetzung von Initiativen vor Ort.

Damit diese bleibenden Effekte entstehen, sollte die Konzeption auf einer engen Zusammenarbeit der Ausstellungsdurchführenden mit dem wissenschaftlichen Beirat und Akteuren der Industriekultur in Sachsen fußen.

Wir GRÜNE halten eine Neubewertung und Neuplanung durch den Freistaat unter den gegebenen Voraussetzung für notwendig. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE bestärkt diese Forderung bei der Planung der Landesausstellung 2018. Wir stimmen deshalb diesem Antrag zu.

Vielen Dank!

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