»Willkommen! Interkultur in Sachsen« – wertvolle Inputs während der offenen Gesprächsrunde in Leipzig

Zum Abschluss unserer GRÜNEN KulTour 2016 diskutierten wir im soziokulturellen Zentrum Frauenkultur im Rahmen der offenen Gesprächsrunde »Willkommen! Interkultur in Sachsen« mit Vertreterinnen und Vertretern von Landeskulturverbänden sowie vielen Initiativen und Kulturschaffenden aus Leipzig über die Bedingungen für interkulturelle Kulturarbeit vor Ort und die Chancen, die Interkultur für Sachsen mit sich bringt. Kulturmanagerin Kristin Eubling, die Geschäftsführerin des Landesverbandes Soziokultur Anne Pallas und der Sprecher der Interessengemeinschaft Landeskulturverbände Sachsen, Torsten Tannenberg, erläuterten aus ihrer Perspektive, welche Voraussetzungen für interkulturelle Kulturarbeit hergestellt werden müssen und gaben damit wichtige Impulse für den Abend.

Zahlreiche Initiativen und Vereine aus Leipzig beteiligten sich schließlich mit kreativen Ideen, kritischen Anmerkungen und konkreten Vorschlägen an der Diskussion. Die rege Beteiligung der Gäste führte zu einer lebendigen Debatte, in der verschiedene Perspektiven eingebracht wurden und wir Erfahrungen zusammengetragen haben, die nicht nur in der täglichen interkulturellen Arbeit entscheidend sind, sondern gleichzeitig auch Orientierung für die Kulturpolitik sein können.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bewegten die interkulturell Kulturaktiven unter anderen die Fragen:

  • auf welche finanzielle, personelle und organisatorische Grundlage sollte interkuturelle Kulturarbeit gestellt werden?
  • wie sollten Förderprogrammen ausgestaltet sein, damit sie interkulturelle Kulturarbeit finanzieren und diese nicht wie bisher häufig durch Kriterienraster bestehender Programme fallen? Braucht es dazu eigene Fördertöpfe für interkulturelle Kulturarbeit?
  • wie kann ehrenamtlich organisierte interkulturelle Arbeit die Hürden bürokratischer Fördermittelverfahren stemmen?
  • wie werden Migrant*innen konkret in die Ausarbeitung interkultureller Konzepte der Kulturpolitik eingebunden?
  • wie schaffen wir Raum zur Entfaltung von neu zugewanderten Kulturen anstatt sie auf kulturelle Assimilation zu beschränken?
  • welche Zugänge braucht Interkultur in der kulturellen Bildung, z. B. an Schulen?
  • ist das Erlernen der deutschen Sprache Voraussetzung für kulturelle Teilhabe oder beginnt die Teilhabe nicht vielmehr mit der kulturellen Einbringung?
  • wie berücksichtigt Interkultur religiöse Vielfalt?
  • wie schaffen wir es, dass Kultur nicht, wie bisher, in erster Linie als Hilfe für Geflüchtete verstanden wird, sondern Geflüchtete zum Ausgangspunkt kulturellen Schaffens selbst empowert werden?

Die vielen Ideen und Eingebungen haben deutlich gemacht, dass interkulturelle Kulturarbeit in Sachsen ein zunehmend wichtiges Thema im Einwanderungsland Sachsen sein wird, die sächsische Kulturpolitik aber noch am Anfang steht. Bis dahin ist es umso wichtiger, dass sich interkulturelle Projekte vernetzen und gemeinsam die Bedingungen konkretisieren, die ihre Arbeit zum Tragen bringen.

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