»Wie einfache Wahrheiten die Demokratie untergraben«

Einfache Wahrheiten: sind sie eine Gefahr für die Demokratie oder ein Mittel, um Populismus die Stirn zu bieten? Das war nur eine der zahlreichen Leitfragen, die sich durch die Diskussion mit dem Autor des Buches »Kurzschluss. Wie einfache Wahrheiten die Demokratie untergraben«, Felix Ekardt und unseren Gästen zog. Dabei zeigte sich, dass sich die Politik in einer liberalen Demokratie nicht erst mit den jüngst erstarkten Rechtspopulisten, mit dem Phänomen der Vereinfachung und Verdrängung komplexer Probleme und ihrer Lösungen auseinandersetzen muss. Vielmehr steckt laut Felix Ekardt schon seit jeher in uns allen – und damit auch im demokratischen Diskurs – die Neigung, Komplexes zu vereinfachen und einfache Antworten zu präsentieren.

Die Mehrheit der Gäste interessierte, wie wir mit dieser Erkenntnis heute in die gesellschaftliche und politische Debatte gehen. Wie können wir Menschen im privaten Umfeld, aber wie kann auch ich als Politikerin Menschen und politischen Kräften, die mit einfachen Antworten Stimmung auf dem Rücken von Minderheiten, Schwachen und Benachteiligten machen, konstruktiv entgegentreten?

Eine Antwort ist, Fakten zu kennen und einzubringen, den Faktor Wissen aber nicht zu überschätzen. Politik darf durchaus emotional sein, muss unbequeme Wahrheiten aussprechen, soll dabei aber niemals Komplexität negieren. Eine zweiter Vorschlag in der Diskussion war mehr Mut zu Gelassenheit. Auch gegenüber populistischen Aussagen, um Populisten nicht durch Empörung und wildes Draufschlagen letztendlich zu stärken. Denn auch so könnten Demokratinnen und Demokraten unbeabsichtigt dazu beitragen, dass einfache Wahrheiten erst durchdringen können.

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