Treffen mit Engagierten für den Aufbau der Gedenkstätte KZ Sachsenburg

Mit Anna Schüller von der „Initiative Klick!“ und Vertreter*innen der Lagerarbeitsgemeinschaft besichtigte ich das Gelände des ehemaligen KZ-Sachsenburg bei Frankenberg. Bei der Besichtigung der ehemaligen Hafträume, der Fabriketagen und der Kommandanten-Villa kamen wir ins Gespräch über die aktuellen Stand beim Aufbau der Gedenkstätte und die noch zu überwindenden Hürden.

Auch fünf Jahre nach der Errichtung der KZ-Gedenkstätte durch die Aufnahme in die Liste der institutionell zu fördernden Gedenkstätten in das Sächsische Gedenkstättengesetz gibt es noch keine konkrete Perspektive, wann der Betrieb beginnen kann und welche räumlichen und personellen Kapazitäten eingeplant werden können. Dabei steht der Ort wie kein zweiter für die Erfindung des KZ-Wesens und hat damit eine wichtige überregionale Bedeutung. Das KZ Sachsenburg war eines der ersten nach der Machtergreifung Adolf Hitlers und der NSDAP. Hier ist eine Gedenkstätte wichtig, die jungen und künftigen Generationen zeigt, wie der nationalsozialistische Terror seinen Anfang nahm.

Die Vorbereitungen durch die ehrenamtlichen Engagierten ist weit vorangekommen. Die Geschichte des Lagers ist bereits gut belegt und es gibt detaillierte konzeptionelle Überlegungen für die Gedenkstätte. Nun ist es an der Stadt Frankenberg und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, die Sanierung der Gebäude und die Grundfinanzierung der Gedenkstätte auf den Weg zu bringen.

Die Stadt Frankenberg hat den Aufbau der Gedenkstätte bisher nur halbherzig unterstützt. So ist der Abriss der Kommandantenvilla immernoch nicht vom Tisch, obwohl das Gebäude ein wesentlicher Teil des Ensembles des ehemaligen Lagers ist. Der Umgang mit den weiteren Gebäuden in Besitz der Kommune ist bislang ungeklärt, das vorliegende Konzept noch nicht beraten. Offenbar spielen hier auch Ängste eine Rolle, dass ein KZ-Gedenkstätte den Besuch der Freizeitangebote in der Nachbarschaft beeinträchtigen könnte. Die Engagierten sehen das anders, denn wer zum Sportlerheim will, geht in jeden Fall über ein ehemaliges KZ, und dessen Geschichte sollte man nicht verstecken sondern aufarbeiten. Ich bin überzeugt, dass die Stadt von einer modernen Gedenkstätte profitieren kann, steht diese doch für eine selbstbewusste, beispielgebende Aufarbeitung der Geschichte und kann Interessierte aus der Region wie auch überregional anziehen.

Ich erwartet von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, dass sie gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Stadt Frankenberg und den Initiativen einen konkreten Fahrplan bis zum regulären Betrieb der Gedenkstätte erstellt. Denn der Freistaat sollte die Mittel für die institutionelle Förderung bereits für den nächsten Doppelhaushalt 2019/2020 einplanen. Das geht aber nur, wenn die Stiftung diesen Bedarf auch anmeldet und stichhaltig begründet. Die Grundlagen dafür muss sie durch eine moderierende Arbeit mit herstellen.

> Pressemitteilung 17.8.2017 Aufbau der Gedenkstätte KZ Sachsenburg ist Chance für Frankenberg und für Sachsen:
https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/presse/pressemitteilungen/2017/aufbau-der-gedenkstaette-kz-sachsenburg-ist-chance-fuer-frankenberg-und-fuer-sachsen/

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