Studierendenproteste: Der Stellenabbau an Hochschulen muss ein Ende haben

Pressemitteilung 2015-187

Anlässlich der Proteste der sächsischen Studierenden gegen Stellenabbau und Unterfinanzierung der Hochschulen in Leipzig erklärt Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Die Studierenden legen den Finger in die Wunde. Alle Prognosen, die einen Rückgang der Studierendenzahlen vorhergesagt haben, haben sich zerschlagen. Eine kleine Anfrage von mir hat das erst kürzlich bestätigt. Bis mindestens 2025 erwartet Sachsen jährlich über 113.000 Studierende. Das ist eine erfreuliche Entwicklung für den Freistaat. Gut ausgebildete junge Menschen sind das beste Mittel gegen Fachkräftemangel und Überalterung und gut für die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Sachsen.“

„Diese positive Entwicklung ist eine Chance für den Freistaat und darf nicht gestoppt werden. Die von der Staatsregierung geplante Reduzierung der Studierendenzahlen auf 95.000 bis 2025 ist falsch. Die Aufrechterhaltung der Qualität an den Hochschulen braucht zwei Dinge: ausreichende Grundfinanzierung und genügend Personal. An den Hochschulen mangelt es seit Jahren an beidem. Der Protest der Studierenden ist deshalb mehr als berechtigt. Den Zugang zu den Hochschulen zu erschweren, ist eine billige Lösung, die uns letztlich teuer zu stehen kommt. Wir brauchen viel mehr einen nachhaltigen Ansatz in der Qualitätssicherung an den Hochschulen. Deshalb haben wir uns in den Haushaltverhandlungen für einen sofortigen Stopp des Stellenabbaus und die Aufstockung der Grundfinanzierung eingesetzt. Das ist das einzig wirksame Rezept für gute Lehre und Wissenschaft und die Zukunft des Freistaates insgesamt.“

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„Prognose der Studienberechtigten- Studienanfänger-, Studierendenzahlen“: Antwort auf Kleine Anfrage

Hintergrund:
Die Sächsische Staatsregierung geht in ihren Prognosen zur Entwicklung der Studierendenzahlen davon aus, dass mittelfristig mit keinem von allein eintretenden Rückgang zu rechnen ist. Dennoch hat sich die sächsische Koalition von CDU und SPD verständigt, mittelfristig die Studierendenzahlen an den staatlichen Hochschulen bis 2025 auf 95.000 zu reduzieren. Auf diese Weise soll der Qualitätsanspruch gesichert werden. Darüber hinaus hat die Koalitionsmehrheit in den Haushaltsverhandlungen die Weiterführung des Stellenabbaus an den sächsischen Hochschulen bis Ende 2016 beschlossen und die Aussetzung weiterer Kürzungen ab 2017 von der Zustimmung der Hochschulen zu einer neuen Hochschulentwicklungsplanung abhängig gemacht.

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