Schließung der EU-Informationszentren Erzgebirge und Lausitz – Fatales Signal für EU-Bildungsarbeit in Sachsen

UPDATE:
Am 20.02.2018 wurde in der Freien Presse (Annaberger Zeitung) vermeldet, dass das Europe Direct Informationszentrum Erzgebirge doch erhalten bleibt und seine Arbeit als wichtige Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger ab 1. März 2018 fortsetzen kann.

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Dresden. Claudia Maicher, europapolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, bedauert die Schließung der Europe Direct Informationszentren in Annaberg-Buchholz und Bautzen:

„Mit den Europe Direct Informationszentren im Erzgebirge und in der Lausitz erhalten gleich zwei der bisher vier Standorte in Sachsen keine weitere Förderung durch die Europäische Kommission. Das ist angesichts weit verbreiteter Mythen und Legenden über die Arbeit der Europäischen Union ein fatales Signal. Im ländlichen Raum wiegt der Wegfall der Informationsangebote doppelt schwer. Bürgernahe EU-Informationsarbeit darf nicht nur in den Großstädten, sondern muss auch in der Fläche stattfinden.“

„Politische, wirtschaftliche und soziale Teilhabe in der Europäischen Union entfalten sich nur, wenn Bürgerinnen und Bürger ihre europäischen Rechte kennen. Dazu haben Europe Direct im Erzgebirge und in der Lausitz über viele Jahre einen wertvollen Beitrag geleistet. Für diese Arbeit möchte ich den Teams danken.“

„Für Sachsens neuen Europaminister Oliver Schenk (CDU) bedeutet der Wegfall der beiden EU-Informationszentren, dass er die Anstrengungen des Freistaates in der europapolitischen Bildungsarbeit verstärken und die bisherige Förderpraxis überprüfen muss. 2015 und 2016 wurden die bereitgestellten Mittel zur Förderung des Europagedankens durch die freien Träger nur zu Hälfte in Anspruch genommen.“

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Liste der Europe Direct Informationszentren in Deutschland in der Förderperiode 2018 bis 2020

Antwort der Sächsischen Staatskanzlei auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Maicher (GRÜNE) ‚Förderung interregionaler und grenzübergreifender Zusammenarbeit, des Europagedankens und der Zukunftsregion Freistaat Sachsen – Republik Polen – Tschechische Republik in den Jahren 2015 und 2016‘ (Drs. 6/10096)

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