Sachsens CDU und FDP bleiben bei rückwärtsgewandten Frauenpolitik

Dresden. Die sächsische Staatsregierung hat heute im Bundesrat eine gesetzliche Frauenquote in Führungsgremien von großen Unternehmen abgelehnt.

Sachsens CDU und FDP sind ihrer rückwärtsgewandten Frauenpolitik treu geblieben. Während die CDU-geführten Länder Sachsen-Anhalt und Saarland für mehr Frauen in Führungsetagen der Wirtschaft stimmten, lehnt Sachsens Staatsregierung dies ab.
Dieser Verweis auf eine sich selbst regulierende Wirtschaft ist für scheinheilig: Freiwillige Selbstverpflichtungen der deutschen Wirtschaft blieben in den letzten Jahren wirkungslos. Frauen werden erst dann gefördert, wenn es im Gesetz steht. Deshalb brauchen wir eine verbindliche Frauenquote.
Frauen hätten laut Statistischem Landesamt nur ein Viertel der Führungspositionen in der sächsischen Wirtschaft inne, obwohl mehr als die Hälfte der Studienanfänger weiblich sind.
Fehlende Karrierechancen sind nicht nur ein individuelles, sondern zunehmend ein gesellschaftliches Problem. Wir investieren zurecht viel Geld in die Ausbildung von Mädchen und Jungen, bremsen dann aber die Hälfte der jungen Leute aus. Das ist unsinnig. Wir können es uns volkswirtschaftlich nicht mehr leisten, die Kompetenzen von Frauen ungenutzt zu lassen.
Allerdings reicht eine Frauenquote für Aufsichtsräte allein nicht aus. Der bedarfsgerechte Ausbau von Kitas, der Erhalt wohnortnaher Schulen, die individuelle soziale Absicherung von Frauen sowie gleiche Entlohnung für gleichwertige Arbeit sind Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere.
Wir brauchen keine warmen Worte zum Frauentag, sondern Frauenministerinnen in Berlin und Dresden, die Politik für Frauen machen wollen. Frau Clauß geben Sie Frauen endlich eine Stimme im sächsischen Kabinett!

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Pressemitteilung 2012-47
Datum: 21.09.2012

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