Sachsen braucht mehr Personal in den Kitas statt Betreuungsgeld für wenige

Kita_LebenNun hat es Ministerpräsident Stanislaw Tillich schwarz auf weiß: Sachsen ist laut Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung bundesweit Vorletzter hinsichtlich des Kita-Personalschlüssel. Sachsens Kinder brauchen mehr qualifiziertes Personal in den Kitas. Auch wenn der Ministerpräsident versucht, mit Mittelerhöhungen hier und mehr Freiwilligenarbeit dort, davon abzulenken. An diesem Fakt kommt er nicht vorbei. Der beispielhafte sächsische Bildungsplan bleibt Makulatur, wenn nicht endlich mehr Personal eingestellt wird. Die Eltern und Erzieherinnen sind sich in dieser Forderung einig, wie zahlreiche Massenpetitionen und Initiativen zeigen. Man kann sich nicht mit Pisa-Erfolgen rühmen und gleichzeitig die Grundlagen für zukünftige Bildungserfolge vernachlässigen. Die Verbesserung des Betreuungsschlüssels wird für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einer der Schwerpunkte bei den nächsten Haushaltsberatungen im Herbst sein, soviel ist klar.

Die Mittel für das Betreuungsgeld gehören in den Ausbau und die Qualität frühkindlicher Bildung. Die aktuellen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung zum Betreuungsverhältnis in Sachsen zeigen, dass es Zeit für eine Qualitätsoffensive mit mehr Personal ist. Es gibt in Sachsen für viele junge Familien keine Wahlfreiheit für ihre Kinderbetreuung. Die Suche nach einem Kitaplatz ist besonders in Leipzig eine Tortur. Lange Wartezeiten von bis zu einem Jahr sind Normalität. Es fehlen schlicht die Kitaplätze. Da hilft kein Betreuungsgeld, sondern nur notwendige Investitionen in den Kita-Ausbau.

Kitazwang für Kinder will ich nicht, aber echte Wahlfreiheit für Eltern. Dazu braucht es ausreichend gute Betreuungsmöglichkeiten am Wohnort. Als Trostpflaster fürfehlende oder überfüllte Kitas ist das Betreuungsgeld nicht geeignet.

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Weitere Informationen zum Ländermonitoring der Bertelsmann-Stiftung können hier nachgelesen werden.

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