Respekt! – Ein großer Dank den Leipziger Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe

Am gestrigen Montagabend konnten wir auf unserem überparteilichen Neujahrsempfang all denjenigen danken, die sich in Leipzig ehrenamtlich für Asylsuchende engagieren. Zum Empfang geladen hatten neben Daniala Kolbe und mir zahlreiche weitere Leipziger Abgeordnete aus dem Europaparlament, Bundestag, Landtag und Stadtrat.

Gemeinsam mit dem Migrantenbeirat und dem Flüchtlingsrat Leipzig konnten wir den Engagierten für die vielfältige Unterstützung, die sie Asylsuchenden bieten DANKE sagen und ihnen unseren Respekt! aussprechen. Gekommen waren über 160 Gäste. Der Emfang, auf dem auch die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz den Ehrenamtlichen dankte und der musikalisch vom Leipziger Duo SuSafran begleitet wurde, bot Initiativen und Ehrenamtlichen Gelegenheit, sich über die Flüchtlingsarbeit und aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Eine solche Austauschplattform gab es in Leipzig bisher nicht.

Mein Grußwort an die Gäste des Empfangs:

Liebe Gäste, liebe Engagierte in Leipzig!

Schön, dass sie so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind und wir Ihnen heute alle miteinander in diesem Rahmen für ihr Engagement danken können. Denn sie unterstützen nicht nur einzelne Menschen, die unseren Schutz brauchen. Sie helfen auch unsere Gesellschaft offen, frei und vielfältig zu gestalten.

Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen, die mit uns in Leipzig – in Sachsen –  leben, die keinen anderen Zufluchtsort im Moment haben und die heute, morgen, im nächsten Jahr oder nie mehr in ihrer Heimat überleben können, Angst haben, sich unter uns frei zu bewegen.

Dort wo Angst vorherrscht, dort wo Angst Teilhabe behindert, da endet Freiheit. Da endet nicht nur die individuelle Freiheit, sondern die freiheitliche Gesellschaft, die Offenheit unserer Gemeinschaft und die Vielfalt. Dort, wo vermeintliche Meinungsfreiheit anderen Menschen Angst macht, sie dadurch am öffentlichen Leben ausschließt, hört Freiheit auf. Und das sollte uns besonders hier in dieser Stadt allen zu denken geben.

Umso wichtiger und nicht genug zu würdigen ist Ihre tägliche Arbeit, die Menschen Zuversicht, Zuwendung und ganz notwendige Unterstützung gibt. Das menschliche Miteinander kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Das kann auch nicht durch  Verwaltungen und Behörden ersetzt werden. Menschen brauchen auch Menschlichkeit, die eben nicht aufgrund von Weisungen, von Gesetzen oder Verordnungen bestehen. Menschen brauchen die Erfahrung, willkommen geheißen zu werden und eben nicht nur Verwaltungsakte zu sein.

Ihr ehrenamtliches Engagement zeigt, dass wir aus der Gesellschaft heraus fähig sind, Hass, das Schüren von Angst oder offen verbreiteten Rassismus etwas entgegenzusetzen.
Herzlichen Dank dafür!

Aber ich will Politik nicht aus der Verantwortung nehmen: Demokraten sollten sich mit klarer Haltung allen menschenfeindlichen Äußerungen und Ressentiments entgegenstellen. Nur auf dieser Basis können Debatten über die Lösung von Problemen geführt werden.

Und Politik hat natürlich auch eine Verantwortung Strukturen zu schaffen, die dieses Ehrenamt, die Engagement für Geflüchtete, für Asylsuchende ermöglichen. Seien es Standards bei der Unterbringung, der Spracherwerbs, der finanziellen Ausstattung von  Flüchtlingssozialarbeit, Hilfe für minderjährige Schutzsuchende usw.

Darüber und ihr Engagement sollten wir besonders in diesen Zeiten, wo diejenigen, die am lautesten Brüllen am meisten Gehör finden viel öfter und lauter miteinander sprechen.

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