Grüne fordern mehr Personal für historisch-politische Bildung in Gedenkstätten

Pressemitteilung 330/2018
Datum: 28.11.18

Dresden. Für den Doppelhaushalt 2019 und 2020 fordert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag einen deutlichen Aufwuchs bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Zusätzliche 400.000 Euro jährlich sollen für pädagogische Stellen und Bildungsprojekte verwendet werden, 100.000 Euro für eine Entwicklungskonzeption.

„In einer Zeit der komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen streben Pegida und Co. nach Ausgrenzung von Fremden und Andersdenkenden, nach Gesinnungskontrolle und der Rückkehr zu Klarheiten, die es nie gab. Die Orte und Initiativen zur Erinnerung an die Diktatur der DDR und an die Menschheitsverbrechen im Nationalsozialismus zeigen, wohin das führen kann“, erklärt Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion.

„Die Weiterentwicklung der Gedenkstätten als historisch-politische Lernorte vor allem für junge Menschen ist wichtig für die Förderung der Demokratie. Dieser Auftrag ist in Sachsen seit der Novellierung des Gedenkstättengesetzes im Jahr 2012 gesetzlich klar geregelt. Mit den aktuellen personellen und finanziellen Kapazitäten ist diese Herausforderung jedoch nicht zu stemmen.“

„Damit in jeder Gedenkstätte der Stiftung mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in Vollzeit pädagogische Aufgaben übernehmen kann, werden ca. 250.000 Euro jährlich mehr benötigt“, erläutert die Abgeordnete. „So können beispielsweise in den Gedenkstätten Torgau, Ehrenhain-Zeithain, Bautzen oder Pirna-Sonnenstein mehr Projekttage mit Schulklassen und Bildungsmaterialien angeboten werden.“

Zudem sollen nach Meinung der GRÜNEN-Fraktion pädagogische Projekte und der Austausch zwischen Gedenkstätten in Trägerschaft, institutionell geförderten Gedenkstätten und Projektträgern der Erinnerungskultur durch weitere 150.000 Euro jährlich im Rahmen der Projektförderung ermöglicht werden.

„Die Bildungsarbeit ist neben mehr Kooperationen, wissenschaftlichem Austausch, Transparenz und Beratung auch ein zentrales Thema für eine Entwicklungskonzeption der Stiftung. Konzeptionell ist die Stiftung jedoch seit der Novellierung nicht vorangekommen. Mit einem GRÜNEN Antrag im Mai 2017, einem Fachgespräch und zahlreichen Besuchen in sächsischen Gedenkstätten hat meine Fraktion die Diskussion zur Entwicklungskonzeption ins Rollen gebracht. Im Juni 2018 haben sich die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU auf den GRÜNEN Druck hin zu einem eigenen Antrag durchgerungen, der vom Landtag beschlossen wurde. Die Stiftung ist nun zum Handeln aufgefordert“, unterstreicht Claudia Maicher.

„Damit es nicht wieder und wieder an der Leistungsfähigkeit der Geschäftsführung scheitert, soll dem Stiftungsrat ermöglicht werden, die Erarbeitung einer Konzeption außerhalb der Stiftung zu beauftragen. Sie soll als breiter Entwicklungsdiskurs angelegt und wissenschaftlich fundiert sein und die Erfahrungen der verschiedenen Einrichtungen, Projektträger, Verbände und Initiativen einbeziehen.“

>> GRÜNER Antrag ‚Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur in Sachsen weiterentwickeln‘ (Drs 6/9610):

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_9610_Antr.pdf

>> Dokumentation des Fachgesprächs zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit am 14.6.2017:

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/termine/fachgespraech-zur-zukunft-der-gedenkstaettenarbeit-am-1462017

>> Weitere Informationen zur GRÜNEN Gedenkstätten- und Erinnerungspolitik:

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/themen/kultur-interkultur/gedenkstaettenarbeit

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