KAP Torgau (Foto: Uwe Narkunat)

Intensiver Austausch zur Landeskulturförderung in Torgau

Bei meinem Kulturaustausch in Torgau sprach ich gestern mit dem Vorsitzenden des Kunst- und Kulturvereins „Johann Kentmann“ e. V., Jens Redmann sowie mit Uwe Narkunat, der Vorstand des soziokulturellen Vereins Kulturelles Aktionsprojekt Torgau e. V., kurz KAP, ist.

Beide Vereine engagieren sich vor Ort seit mehr als 20 Jahren, können auf eine Vielzahl von kulturellen Angeboten und soziokulturellen Aktivitäten in und um Torgau verweisen und wirken mit ihrer Arbeit weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Den Erfolgen gegenüber stehen nicht nur das jährliche Ringen um finanzielle Mittel, um Möglichkeiten zur Erwirtschaftung eigener Mittel und um die Unterstützung durch Sponsoren.

Beide Vereine werben auch kontinuierlich um neue Mitglieder und ehrenamtliche HelferInnen. Die Herausforderung, neue UnterstützerInnen zu gewinnen, ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten mit dem Maß der Mobilität Jugendlicher und junger Erwachsener gestiegen.

So wird die Vielfältigkeit der Kulturarbeit im ländlichen Raum nur durch die sinnvolle Förderung kleiner Projekte und Träger gestärkt werden können. Dies ist eine der wesentlichen Herausforderungen der laufenden Novellierung des Sächsischen Kulturraumgesetzes.

Zur gemeinsamen Evaluierung möchte ich mit Vereinen, wie in Torgau in Kontakt bleiben. Wir GRÜNE schlagen zum Beispiel eine Dynamisierung der Landeszuweisungen vor und wollen u. a., dass die sächsischen Landesbühnen wieder aus der Finanzierung über den Kulturraum herausgenommen werden.

Im Zusammenhang mit der Finanzierung durch das Land sprach ich mit Uwe Narkunat und Jens Redmann auch über vorliegende bürokratische Hürden. Antrags- und Abrechnungsverfahren für Mittel aus dem Kulturraum sind immer noch ausgesprochen aufwändig. Außerdem erfolgt die Bewilligung häufig nicht vor März des bereits laufenden Jahres. Wie in ihren beiden Fällen sind Vereine häufig Kulturträger. Für sie ist es schwer möglich, zuverlässig finanziell vorauszuplanen.

Hier ist eine gezielte Projekteinstiegsförderung denkbar, um eine vielfältige und innovative Kulturlandschaft mit einer breiten Bürgerbeteiligung zusätzlich zur etablierten Kultur zu ermöglichen.

Außerdem sollte die Möglichkeit zum Kulturraumübergreifenden Austausch ermöglicht werden. In diesem Rahmen wären gemeinsame Qualitätsstandards und Leitlinien auf der Basis einer fortlaufenden Datengrundlage zu erheben. Denn für einheitliche Rahmenbedingungen in der Kulturentwicklung ist nach wie vor das Land gefordert.

In den kommenden Wochen werde ich die Kulturraumförderung weiter mit Kulturträgern auswerten. Einen sehr guten Anfang dazu haben wir heute in Torgau gemacht.

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