KulTour-Tagebuch: Fachgespräch zum Tourabschluss in Plauen – „Chancen der Erneuerung des sächsischen Kulturraumgesetzes“

Zum Abschluss unserer GRÜNEN KulTour 2015 sprach ich heute im Rahmen der GRÜNEN Fraktionsklausur im Malzhaus Plauen mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Kulturraum Vogtland-Zwickau.

Im Mittelpunkt stand die Bedeutung der Kulturentwicklung in der Region, die Entwicklungsperspektiven für den Kulturraum Vogtland-Zwickau und die Chancen einer Novellierung des Kulturraumgesetzes.

Der Beiratsvorsitzende im Kulturraum Mario Zenner plädierte dafür Kulturförderung im ländlichen Raum auch mit Blick auf die Standortattraktivität zu stärken. Eine Erhöhung der Landeszuweisungen wäre nicht nur für Erhalt von Strukturen notwendig, es geht auch darum, die Angebote zugänglich zu halten, etwa durch freien Eintritt oder Ermäßigungen. Beim Zusammenspiel zwischen Freistaat, Kulturraum und Kommunen müsse auch die kommunale Finanzlage als Voraussetzung dafür, dass auch kleine Kommunen Sitzgemeindeanteile für Projekte aufbringen können, berücksichtigt werden.

Anett Geinitz von der Netzwerkstelle kulturelle Bildung berichtete, wie sie in kurzer Zeit als Koordinatorin ein lebendiges Netzwerk vor allem auf für freie Künstlerinnen und Künstler aufbauen konnte. Eine große Hürde stellen jedoch derzeit noch die fehlen Ansprechpartner_innen für kulturrelle Bildung in der Sächsischen Bildungsagentur dar.

Als nützliches Instrument des Kulturraums hat sich ein Fonds speziell für Kleinstprojekte erwiesen, die ohne Sitzgemeindeanteil und mit bis zu 100 Prozent Förderanteil finanziert werden können. Diese Formen der Unterstützung wären auch über die kulturelle Bildung hinaus für die gesamte Kulturszene sinnvoll, darüber sind sich die Anwesenden einig. Sie sollten allerdings von einer zeitlich begrenzten Finanzierung und Beauftragung in ein reguläres und strukturell veranktertes Angebot überführt werden.

Frank Trtschka, Vorstandsvorsitzender des Forum Kunst Plauen, das sich insbesondere die Förderung junger KünstlerInnen auf die Fahne geschrieben hat, plädierte eindringlich dafür, das die Ehrenamtsstrukturen der viele Träger und Initiativen gestärkt werden sollten. Denn ohne Weiterbildung und Koordination können diese nicht gehalten werden. Bislang rettet man sich häufig über Hilfskonstruktionen von Jahr zu Jahr, so könnten keine stabilen Angebote aufgebaut werden.

Die Runde befürwortete abschließend auch eine stärkeres Engagemnet des Freistaates mit Blick auf ein landesweites Kulturentwicklungskonzept, gemeinsam mit allen Kulturräumen und bei Berücksichtigung ihrer jeweiligen regionalen Besonderheiten.

Im Ergebnis der Klausur verabschiedete die Landtagsfraktion einstimmig einen Beschluss zur Novellierung des Sächsischen Kulturraumgesetzes.

Beschluss der GRÜNEN-Fraktion zur Novellierung des Kulturraumgesetzes

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