KulTour-Tagebuch: Hillersche Villa Zittau

Am vierten Tag unserer GRÜNEN KulTour besuchte ich heute morgen das Soziokulturelle Zentrum „Hillersche Villa“ in Zittau. Das Hauptaugenmerk meines Besuchs galt der interkulturellen Jugendbildung im Dreiländereck, die beispielgebend im Projekt „Lanterna Futuri“ in Görlitz, Cieplice (Polen) und Varnsdorf (Tschechien) realisiert wird. Die Aktivitäten und Entwicklungsperspektiven des Projektes besprach ich mit Projektleiter Frank Rischer.

Die Hillersche Villa zeigt, wie regional bedeutsam ein soziokulturelles Zentrums sein kann, das mit verschiedenen dezentralen Angeboten und unterschiedlichsten Zugängen für junge und ältere Menschen aufwartet. Die Herausforderung für die Einrichtung besteht darin, regionale Kulturnetzwerke zu stärken und aufzubauen, Bande zu knüpfen, die für die Menschen in der Region ein Teil ihrer Lebensqualität ausmachen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels muss man solchen Kulturangeboten den Rücken stärken, wo es nur geht.

Das Projekt „Lanterna Futuri“ und die jahrelangen Erfahrungen sind sehr wertvoll für den Kulturraum und darüber hinaus. Hier wurden eine enge Zusammenarbeit mit mehr als zwölf Schulen etabliert und Lernformen entwickelt, die über künstlerisches Schaffen in Form von Musik, Film, Theater und Malerei Jugendliche sehr wirkungsvoll zu eigenen Erfahrungen im Austausch mit anderen kulturellen Hintergründen verhelfen und quasi nebenbei gesellschaftspolitische Themen und Werte vermitteln. Auch hier ist eine kontinuierliche Finanzierung alles andere als sicher. Nicht zuletzt durch die schwierige Verortung des Projektes zwischen Kulturförderung auf Kulturraum- und Europa-Ebene auf der einen, und Jugend- und Bildungsarbeit auf der anderen Seite. Eine bessere Verzahnung der verschiedenen Förderebenen wäre ein großer Fortschritt für solche Projekte.

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