Hochschulentwicklungsplanung kann ohne die Hochschulen nicht funktionieren

Pressemitteilung 2016-100

Dresden. Zu den gestern von der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange (SPD) vorgestellten Eckpunkten für den Hochschulentwicklungsplan 2025 erklärt Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Dass alle Hochschulstandorte erhalten bleiben und die Fachhochschulen gestärkt werden, ist eine richtige Entscheidung. Ebenso begrüße ich die Sicherung und den Ausbau der Lehramtsausbildung an allen drei Standorten.“

„Aber wichtige Fragen bleiben ungeklärt. So soll die Pharmazie in Leipzig erhalten bleiben. Aber was ist mit dem von der Staatsregierung verordneten Stellenabbau, dem die Hochschule durch die Schließung der Apothekerausbildung versucht hat, nachzukommen? Muss die Universität die jetzt an anderer Stelle abbauen? Und was ist mit den knapp 900 Beschäftigungsverhältnissen, die momentan durch Bundesmittel finanziert werden und denen mit Auslaufen des Hochschulpakt 2020 spätestens ab dem Jahr 2023 die finanzielle Grundlage fehlt?“

„Große Sorge bereitet mir, inwiefern die Hochschulen bei der Hochschulentwicklungsplanung wirklich einbezogen waren. Die TU Dresden sah sich zumindest dazu genötigt, auf die gänzliche Schließung der Juristenausbildung am Standort mit einer eigenen Stellungnahme zu reagieren, in der sie Informationen zu den landesseitigen Planungen einfordert. Das lässt nichts Gutes für die die vielbeschworene Erarbeitung der Hochschulentwicklungsplanung auf Augenhöhe mit den Hochschulen vermuten. Ich fordere Staatsministerin Stange auf, die Hochschulen wirklich mit ins Boot zu holen. Eine Hochschulentwicklungsplanung ohne die Hochschulen kann nicht funktionieren.“

„Der Irrweg der staatlich verordneten Studierendenzahlreduzierung muss endlich verlassen werden. Eine Reduzierung um 10.000 Studierende ist völlig kontraproduktiv. Sachsen kann im Wettbewerb um die besten Köpfe nur bestehen, wenn es möglichst attraktiv für gut ausgebildete junge Menschen ist.“

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Antwort von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) auf meine Kleine Anfrage ‚Stellenfinanzierung durch den Hochschulpakt 2020‘ (Drs 6/3365)

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