Heuersdorf ist Vergangenheit

Braunkohleabbau (Foto: Henning)

Braunkohleabbau (Foto: Henning)

Die letzte Heuersdorfer Familie muss nach verlorenem Kampf ihr Heimatdorf verlassen und der Braunkohle weichen. Das Dorf, welches am 20. Juni 1996 den Sonderpreis im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hat (LVZ berichtete gestern) ist nun Vergangenheit. Familien wurden aus ihrem Lebensumfeld, alte Menschen aus ihrer jahrzehntelangen Heimat gerissen und Natur wurde zerstört.
Möglich macht dies auch heute noch das antiquierte Bergrecht. Das Bundesberggesetz, was immer noch geprägt ist von der Gesetzgebung in den 1930er und 1940er Jahren, stellt die Sicherung der Rohstoffversorgung an oberste Stelle. Die Gewinnung von Bodenschätzen kann ohne jegliche Beteiligung der Grundstückseigentümer geschehen. Die Belange von Mensch und Natur werden im Bundesberggesetz nicht berücksichtigt. Eine Einbeziehung von Eigentümern und Betroffenen sowie Vertretern des Umweltschutzes ist nicht vorgesehen.
Das Bundesbergrecht ist aus menschlicher und aus umwelt-, klima- und energiepolitischer Sicht dringend reformbedürftig. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen Film gedreht, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Hier der Trailer:

Weitere Informationen findest du hier.

Update: am 6. Juli berichtet die LIZ über das Buch „Heuersdorf – Geschichte und Abschied eines mitteldeutschen Dorfes“. Hier geht es zum Artikel.

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