Unterstützung für Psychologen-Protest – GRÜNE beantragen 2,1 Mio. Euro mehr für die TU Chemnitz

Pressemitteilung 2016/333

Dresden. Anlässlich der Demonstration der Psychologiestudierenden der TU Chemnitz gegen die Kürzung der Studienplätze und der gestrigen Entscheidung des Rektorates für eine Übergangslösung, erklärt Dr. Claudia Maicher, die hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im sächsischen Landtag:

„Es ist gar keine Frage, dass Sachsen gut ausgebildete Psychologinnen und Psychologen braucht. Sie sind ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Eine Kürzung der Masterstudienplätze ist für mich nicht akzeptabel. Ich begrüße deshalb, dass die Hochschule eine Übergangslösung für die Studierenden gefunden hat und in ihrem offenen Brief klar die Ursache für den ursprünglichen Kürzungsbeschluss benennt.“

„Denn Tatsache ist, dass die TU Chemnitz laut Hochschulentwicklungsplan 2025, der am Dienstag im Kabinett beschlossen wurde, bis zum Wintersemester 2024/2025 fast 1.600 Studienplätze abbauen muss. Das ist das Preis, den die Staatsregierung dafür verlangt hat, vorerst keinen weiteren Stellenabbau zu verhängen. Ich teile die Auffassung der Hochschulleitung in Chemnitz, dass dieser staatlich verordnete Abbau von Bildung im Freistaat ein großer Fehler ist.“

„Der Umgang mit dem Studiengang Psychologie an der TU Chemnitz zeigt noch einmal deutlich, dass Sachsen ein leistungsfähiges Fächermonitoring braucht. Damit würden alle Studiengänge im Freistaat in ihrer Gänze zentral erfasst und hochschulübergreifend Empfehlungen für ihre Weiterentwicklung und Ausstattung erarbeitet. Wir GRÜNEN haben bereits vor einem Jahr vorgeschlagen, wie ein solches Modell aussehen könnte. Klar ist aber auch, dass ein ausreichendes Studienangebot auch ausfinanziert sein muss. In den gerade laufenden Doppelhaushaltsverhandlungen würde die Annahme unserer Änderungsanträge für die TU Chemnitz Mehreinnahmen von 2,1 Millionen Euro pro Jahr bedeuten.“

„Die Studierenden in Chemnitz haben meine volle Unterstützung. Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) ist jetzt in der Pflicht dafür zu sorgen, dass alle Psychologiestudierenden in Chemnitz ihr Studium auch wirklich zu Ende führen können. Die Ministerin muss dem Lösungsvorschlag der Hochschulleitung in Chemnitz umgehend zustimmen.“

>>Der Antrag der GRÜNEN-Fraktion: „Umfassendes Fächermonitoring als Grundlage für Hochschulentwicklungsplanung einführen“ (Drs 6/3648):
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_Drs_3648_0_1_1_.pdf

>>Der offene Brief der Hochschulleitung in Chemnitz zum Studiengang Psychologie:
https://www.tu-chemnitz.de/uk/pressestelle/aktuell/7694

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