GRÜNE fordern rasche Verbesserungen bei der Landesstipendienvergabe

Pressemitteilung 2016/195

Dresden. Der Sächsische Landtag diskutiert auf seiner Sitzung am kommenden Donnerstag unter TOP 9 auf Initiative der GRÜNEN-Fraktion einen Antrag, der die längst überfällige Modernisierung der Landesstipendien in Sachsen einfordert.

„Seit 15 Jahren hat sich bei den Regeln zur Vergabe von Stipendien an hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nichts getan. Das müssen wir im Interesse der Nachwuchsförderung dringend ändern“, erklärt Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion.

„Wir wollen die Landesstipendienvergabe auf den Stand der Zeit bringen. Dazu gehört, dass die Höhe des Grundstipendiums auf zeitgemäße 1150 Euro im Monat angehoben wird. Die jetzige Förderhöhe ist mit 895 Euro einfach nicht mehr angemessen. Stiftungen, die ähnliche Programme anbieten, sind dem Freistaat schon lange davon gezogen. Außerdem brauchen wir eine automatische Anpassung der Förderbeträge an die durchschnittliche Lohnentwicklung in Sachsen. So bleibt das Stipendium auf lange Sicht attraktiv, statt irgendwann wieder nur als Zubrot dienen zu können.

„In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten hat sich die Hochschullandschaft in Sachsen radikal gewandelt und ist dynamischer geworden. Forschung ist längst keine reine Universitätsdomäne mehr. Auch an Fachhochschulen werden hervorragende Forschungsleistungen erbracht. Die jetzigen Regeln zum Landesstipendienprogramm ignorieren diese Verdienste jedoch vollständig. Wer an einer Fachhochschule seine Promotionsforschung betreibt, ist automatisch außen vor. Das wollen wir ändern und fordern, dass Wege gefunden werden, diese Benachteiligung zu beenden. Auch Promovierende an Fachhochschulen müssen für das Stipendium in Frage kommen.“

„Ein schnelles Studium ist nicht alles. Erst recht sagt es nichts über die wissenschaftliche Exzellenz einer Absolventin oder eines Absolventen aus. Es kann viele Gründe für einen leichten Verzug im Studium geben: eventuell musste jemand während des Studiums arbeiten oder hat ein freiwilliges Praktikum absolviert. Und doch ist derzeit gefordert, dass bei der Entscheidung über ein Stipendium, das exzellente wissenschaftliche Leistungen belohnen soll, berücksichtigt wird, ob das Studium fristgerecht beendet wurde. Schnelligkeit darf aber nicht vor Qualität gehen. Deshalb wollen wir diese Regelung mit unserem Antrag streichen. Es freut mich, dass auch die Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) diese Widersinnigkeit erkannt hat. In ihrer Stellungnahme zu unserem Antrag stellt sie zumindest eine Prüfung dieser Vorgabe in Aussicht. Besser für die Stipendiaten und die Wissenschaft wäre es allerdings, wenn die Regierungskoalition unserem Antrag zustimmt. 15 Jahre Stillstand in der Nachwuchsförderung müssen ein Ende haben.“
>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN „Landesgraduiertenförderung modernisieren“ (Drs. 6/4605):
https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_Drs_4605_0_1_1_.pdf

>> Stellungnahme der Staatsregierung: http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=4605&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=2

>> Antwort von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Claudia Maicher (GRÜNE) „Landesstipendien des Freistaates Sachsen“ (Drs. 6/3437):
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=3437&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1

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