GRÜNE fordern rasche Analyse der Lehramtsausbildung, um dem Lehrermangel in Sachsen zu begegnen

Pressemitteilung 2016-136

Dresden. Der Sächsische Landtag diskutiert auf seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 20.04., auf Initiative der GRÜNEN-Fraktion einen Antrag, der die längst überfällige Untersuchung der Lehramtsausbildung in Sachsen einfordert.

„Es ist höchste Zeit, dass alle Fakten auf den Tisch kommen. Dies ist nötig, um die Ausbildung zu verbessern, den Studienerfolg zu sichern sowie Studienabbrüche und Wechsel zu vermindern. Die Qualität der Lehramtsausbildung muss weiter verbessert werden, damit noch mehr Studierende gute Lehrerinnen und Lehrer werden können. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dem spürbaren Lehrermangel in Sachsen zu begegnen“, erklärt Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion.

„Wir wollen nicht nur das Studium selbst, sondern auch die Rahmenbedingungen in den Blick nehmen. Dazu gehören etwa die Arbeitsbedingungen der Lehrenden, die Bedeutung der Zentren für Lehrerbildung, die Ausgestaltung der Praktika und die Vereinbarkeit von Studium und Familie. Es reicht nicht, nur die Studienplätze im Lehramt weiter aufzustocken, es müssen auch mehr Studierende ihr Studium erfolgreich beenden können. Die Absolventen brauchen eine klare Jobperspektive. Deshalb geht es uns auch um den Übergang vom Studium ins Referendariat und anschließend in den Beruf.“

„Spätestens seit 2014 wissen wir, dass in der Lehramtsausbildung in Sachsen Luft nach oben ist“, erläutert Maicher.

„Die ‚Sächsische Absolventenstudie‘ hat es damals auf den Punkt gebracht: die Unzufriedenheit mit dem Studium ist bei den Lehramtsstudierenden besorgniserregend hoch. Nur knapp die Hälfte der Befragten würde sich noch einmal für das Studium entscheiden. Die verantwortliche Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) muss endlich den Ursachen auf den Grund gehen. Stattdessen räumt sie der Beseitigung dieses Problems keine Priorität ein, wie meine diesbezügliche Kleine Anfrage gezeigt hat – dabei war dies im CDU/SPD-Koalitionsvertrag vereinbart worden. Eine wirkliche Analyse der Lehramtsausbildungsstrukturen will sie erst in den ’nächsten Jahren‘ in Angriff nehmen. Die Vorbereitungen dafür sollen erst in den kommenden Monaten beginnen. Dieser Zustand ist ein echter Nachteil für die Zukunft der Lehrerausbildung und somit für die Lehrergewinnung für Sachsen“, resümiert die Abgeordnete.

„Der Landtag wäre daher gut beraten, unseren Antrag anzunehmen, was sogar im CDU/SPD-Koalitionsvertrag vereinbart wurde.“

***

Antrag ‚Evaluierung der Lehramtsausbildung unverzüglich durchführen‘ (Drs 6/4604)

Antwort ‚Lehramtsausbildung in Sachsen‘ (Drs 6/3489) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Claudia Maicher (GRÜNE) an Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD)

Verwandte Artikel