GRÜNE beantragen 14,2 Mio. Euro mehr für Kulturförderung – Kulturhaushalt muss Vielfalt fördern

Pressemitteilung 2016-327

Anlässlich der Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2017/2018 im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien am Montag, den 21.11., erklärt Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Ich begrüße die durch die Fraktionen von CDU und SPD angekündigte Anhebung der Mittel im Kulturbereich. Aber mit einem Mehr in der Kulturförderung sollte auch ein Mehr von Vielfalt einhergehen.“

„Die Förderung interkultureller Kulturarbeit ist im Entwurf der Staatsregierung nicht vorgesehen und wird auch von den Koalitionsfraktionen nicht für notwendig erachtet. Aber sie liefert einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung einer weltoffenen Gesellschaft. Wir brauchen in Sachsen Kulturarbeit, die sich an alle Menschen richtet und ein friedliches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft fördert.“

„Um der gesellschaftspolitischen Diskussion im Freistaat Sachsen angemessen zu begegnen und Maßnahmen einer breiteren Zielgruppe zugänglich machen zu können, dürfen die Ausgaben für kulturelle Bildung nicht stagnieren. Aber auch hier sehen weder die Staatsregierung noch die Koalitionsfraktionen Handlungsbedarf. Wir beantragen für die Haushaltsjahre 2017 und 2018 jeweils 275.000 Euro mehr für die kulturelle Bildung.“

„Eine langfristige Finanzierung der OSTRALE als internationale sächsische Kunstausstellung wird es, wenn es nach der Koalition geht, ebenfalls nicht geben. Mit nur 150.000 Euro pro Jahr könnte die Bedeutung des Freistaates Sachsen als Standort für zeitgenössische Kunst deutlich gestärkt und der Bedeutung der OSTRALE Rechnung getragen werden.“

„Ob Mittel für eine sächsische Gastspielförderung eingestellt und dadurch sächsische Produktionen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden, ist ebenfalls fraglich. Wir werden einen entsprechenden Antrag im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien einbringen.“

„Ich freue mich, dass die Kulturräume mehr Geld bekommen, auch wenn die Aufwüchse lediglich die stagnierenden Mittel der letzten Jahre kompensieren. Meine Fraktion wird sich für höhere Landeszuweisungen in die Kulturräume einsetzen. Vor allem die Befrachtung der Kulturräume mit den Landesbühnen ist ein Systembruch, der endlich rückgängig gemacht werden muss.“

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