Frauentag: Gleiche Chancen überall? Frauen in Kunst und Kultur

Pressemitteilung 87/2015

Unter dem Titel „Gleiche Chancen überall? Frauen in Kunst und Kultur“ diskutierte die GRÜNE-Landtagsfraktion heute gemeinsam mit Expertinnen, wie eine Verbesserung der Situation von Frauen bei der Kunstförderung, in Kultureinrichtungen und Kunsthochschulen sowie durch wirksamere Instrumente der Frauenförderung erreicht werden kann.

Dazu erklärt Claudia Maicher, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion:

„Frauen bilden sowohl in den kulturwissenschaftlichen und künstlerischen Studiengängen als auch im Kunst- und Kulturbetrieb die Mehrheit. Leitende Positionen in kulturellen Institutionen, der Kulturpolitik und den Universitäten sind jedoch vorwiegend mit Männern besetzt. Gleiches gilt für den kommerzialiserten Bereich.“
Die Abgeordnete hatte in etlichen Kleinen Anfragen die aktuelle Situation in Sachsen von der Staatsregierung erfragt.

„Wir GRÜNE wollen, dass der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen von Kultureinrichtungen und Hochschulen deutlich steigt, so dass die Posten mittelfristig paritätisch besetzt sind. Netzwerke und Mentoringprogramme sollten dabei helfen, Frauen systematischer für Führungspositionen aufzubauen. Damit Familie kein Ausschlusskriterium ist, muss die Vereinbarkeit mit dem Beruf auch in Spitzenpositionen deutlich verbessert werden.“

„Auch in der Kulturförderung könnte mehr für die Chancengleichheit von Frauen und Männern getan werden. Dazu gehört u.a. die geschlechtergerechte Besetzung von Jurys und Fachbeiräten. Auch in den Gremien der Kulturstiftung Sachsens gibt es viel Potenzial. Hier sind Frauen in Vorstand, Kuratorium und Fachbeiräten deutlich unterrepräsentiert. Trotz des hohen Bewerberanteils von Frauen setzt sich diese Schieflage bei der Vergabe von staatlichen Kunstpreisen und Stipendien fort. Allein im Bereich der Literatur sind die Geschlechteranteile ausgeglichen.“

„Damit die Vernetzung, Beratung und Interessensvertretung von Künstlerinnen besser funktioniert, schlagen wir zudem die Gründung eines Frauenkulturbüros vor.“

„Um auch die Wirksamkeit der einzelnen Vorschläge überprüfen und gegenbenenfalls Änderungen vornehmen zu können, sollten regelmäßig Bestandsaufnahmen zum Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Kunst und Kultur erfolgen, beispielsweise anhand der Befragung von Kultureinrichtungen bzw. durch ergänzende Datenerhebungen in Kulturförder- bzw. Kulturwirtschaftsberichten.“

GRÜNES Diskussionspapier „Gleichstellung im Kulturbereich“

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