Midissage

»FREMDE. Asyl in Sachsen« – Midissage mit Perspektivwechsel

Die Midissage zur Ausstellung »FREMDE. Asyl in Sachsen« in meinem Leipziger Abgeordnetenbüro fand gestern mit einem kleinen Perspektivwechsel statt. Mit Souad Sahraoui, die als Sprach- und Integrationsmittlerin in Leipzig arbeitet und Miguel Angel Ruiz Martínez, der für das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen Migranten-Organisationen berät, sprach ich darüber, welcher »FREMDE« sie selbst begegneten, als sie nach Deutschland und Leipzig kamen. Es waren die Alltagsgeschichten, wie die bürokratisch-komplizierten Behörden-Verfahren, aber auch das fehlende Lächeln des Gegenüber in der Straßenbahn, das zu Anfang auf sie befremdlich wirkte.

Das Vorhalten dieses Spiegels hilft, Empathie zu entwickeln und gesellschaftliche Veränderungen zu verstehen. Migration ist ein Prozess mit zwei Perspektiven. Menschen, die damals und heute nach Leipzig kommen begegnen einer »FREMDE«. Ungewohntes bringt Herausforderungen mit sich, mit denen sich jeder Einzelne auseinandersetzen muss.

So zeigen auch die Motive der Leipziger Fotografin Karin Wieckhorst beides: Menschen aus der Fremde und Menschen in der Fremde. Karin Wieckhorst, deren Anwesenheit uns ehrte, dokumentierte 1992 die Bewohnerinnen und Bewohner der Asylbewerberunterkunft Leipzig-Heiterblick. Die Fotos zeigen das Leben der Roma, die vorwiegend aus Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien flüchteten und sind auf eine Art aktuell wie nie.

Die migrationspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Stadtratsfraktion, Petra Čagalj Sejdi beleuchtete in diesem Zusammenhang die politische Debatte zur Unterkunft Heiterblick Anfang der 1990er Jahre, die damalige Kritik an der Unterbringungssituation der Roma in Wohnwagen und die Hintergründe der Flucht und Rückkehr der Menschen.

Wir zeigen die Ausstellung »FREMDE. Asyl in Sachsen« im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus der Stadt Leipzig (10. – 23. März 2016) noch bis zum 01.04.2016 im GRÜNEN Raum am Kanal.

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