Equal Pay Day – neues Einkommensjahr beginnt heute für Frauen

mit Katharina Krefft, Gesine Märtens und Stefanie Gruner

mit Katharina Krefft, Gesine Märtens und Stefanie Gruner

Gestern war Equal-Pay-Day. Dieser symbolisiert den Tag, bis zu welchem Frauen über das Vorjahr hinaus arbeiten müssen, um den Jahresdurchschnittsverdienst der Männer zu erzielen. Auch in Sachsen klafft eine Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern, unter anderem, weil Frauen häufiger als Männer unfreiwillig in Teilzeit und im Niedriglohnbereich arbeiten.

Ich war mit der bündnisgrünen Fraktionsvorsitzenden der Leipziger Stadtratsfraktion Katharina Krefft, sowie Gesine Märtens und Stefanie Gruner in Leipzigs Innenstadt unterwegs, um mit den Leipzigern und Leipzigerinnen über die Lohnungerechtigkeit zu sprechen. Mit großen und kleinen Goldtalern haben wir auf den Lohnlücke zwischen Männern und Frauen symbolisch aufmerksam gemacht. Die Zustimmung war groß. Es wird Zeit, auch in Sachsen was zu ändern!

77 Prozent also Dreiviertel aller Teilzeitbeschäftigten in Sachsen sind Frauen. Viele davon sind das unfreiwillig, sie würden gerne anders arbeiten. Aber Beruf und Familie sind für sie immer noch schwerer miteinander vereinbar als für die meisten Väter. Gerade Alleinerziehende – immerhin 25 Prozent aller Familien mit Kindern in Sachsen – die keinen Kitaplatz finden, sind davon betroffen. In der Mehrheit sind es auch Frauen, die Angehörige pflegen und damit Lohneinbußen in Kauf nehmen. Familienfreundlichere Rahmenbedingungen des Arbeitslebens sind in Sachsen nötig. Eltern brauchen ein bedarfsgerechtes Angebot an Kita-Plätzen in Wohnort- oder Arbeitsplatznähe. Für pflegende Angehörige ist eine bessere Unterstützung notwendig. Deshalb brauchen wir eine Pflegebegleitung, die es Angehörigen erleichtert, neben der Pflege der gewünschten Arbeit nachzugehen.

Frauen sollen auch in Sachsen finanziell unabhängig leben können. Unfreiwillige Teilzeit, Minijobs und fehlender Mindestlohn: das treibt sie oft in eine Armutsspirale. Trotz guter Ausbildung und Ausgangschancen verdienen Frauen in Sachsen weniger. Erst heute wurde wieder veröffentlicht, dass viel mehr Mädchen als Jungen auf das Gymnasium wechseln. Und trotzdem bleibt ihnen der Equal Pay Day erhalten. Hier ist die Politik in der Verantwortung, Strukturen zu ändern, die ein sicheres Einkommen für Frauen und Männer ermöglicht und individuelle Arbeits(zeit)wünsche erfüllen lässt.

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