Das will ich: Kitas, Schulen, Hochschulen stärken!

Ganz klar, Bildungsgerechtigkeit muss zukünftig im Mittelpunkt stehen. Sie ist Grundlage für alle Kinder, für unser Miteinander, für die Wirtschaft und für ein innovatives Sachsen. Alle kennen die Folgen schlechter Bildungspolitik. Ich auch.
Mein Studiumsbeginn in Sachsen war ein Schock: überfüllte Hörsäle, geloste Seminare, und fehlende Tutoren. Gut besucht waren die Vollversammlungen, Streiks und Demonstrationen in Dresden gegen die Kürzungspolitik von CDU-Wissenschaftsminister Meyer. Das war mein erstes Semester, zu dem ich voller Motivation nach Leipzig kam, eigentlich um zu studieren. Jetzt 17 Jahre später hat sich etwas geändert: es gibt noch mehr Studierende an der Alma Mater. Aber die drastischen Einsparungen und durchgepeitschten Personalkürzungen werden verschärft. Die Sächsischen Studentenwerke werden bei ihren wichtigen Aufgaben für Studierende allein gelassen.

Das kann so nicht weiter gehen. Ab jetzt geht es um den Erhalt von Studienvielfalt. Ganze Institute – bald schon Fakultäten? – müssen schließen. Viele davon bieten einmalige Studiengänge. Die sind schützenswert. Mit dieser Regierung brauchen wir bald nicht nur Artenschutzlisten bedrohter Tiere, sondern auch bedrohter Studienfächer. Ich will zukunftsfähige sächsische Hochschulen, mit solider Grundfinanzierung und besten Bedingungen für Professorinnen, Studierende und Nachwuchswissenschaftler. Attraktive Hochschulstandorte sind ein Gewinn für Sachsen.
Wer wie ich Kinder hat, weiß, wie früh der Kampf um Kitaplätze, die richtige Schule und die  Bildungslaufbahn beginnt. Wo Eltern als Bittsteller für einen Kitaplatz auftreten müssen, wo Erzieherinnen frustriert sind, weil sie nicht die Zeit und die Mittel für ein ordentliches Bildungsangebot haben, wo Kinder in überfüllten Gruppen sitzen, da muss sich was ändern. Gute Bildung von Anfang an entscheidet über Lebenswege. Ich will nicht jeden zehnten Schulabgänger in Sachsen ohne Zeugnis gehen lassen.
Mit zwei Schulkindern an staatlicher und freier Schule erlebe ich, welche Kreativität Schulleitungen inzwischen erbringen, um die falsche Sparpolitik aus Dresden abzumildern. Ihr Engagement kann trotzdem nicht die fehlenden Lehrer, überfüllte Klassenräume oder niedrigen Sachkosten ausgleichen. Ich weiß, was es für eine Grundschule bedeutet, wenn die Klassenzügigkeit sich mal eben verdoppelt: fehlende Horträume und Essensplätze, ausfallende Wandertage, mehr Lärm, mehr Konflikte. Schulsozialarbeiter werden an vielen Schulen schmerzlich vermisst. Und ich weiß, wie Gemeinschaftsschulen gut funktionieren. Das frühe Aussortieren von Kindern nach vermeintlich passenden Schulabschlüssen muss ein Ende haben.
Die CDU-Regierung hat Schüler, Eltern und Lehrerkollegien gegen sich aufgebracht. Sie sind gemeinsam für ihr Recht auf gute Bildung sachsenweit auf die Straße gegangen. Das hat mich beeindruckt. Ich will etwas verändern. Denn eine andere Bildungspolitik, die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellt, die Schulvielfalt schätzt, die Bildung nicht als Sparbüchse begreift und die die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen wertschätzt, ist möglich.

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Dieser Artikel erschien im aktuellen AUFWIND – der grünen Mitgliederzeitschrift in Sachsen. Die Gesamtausgabe mit weiteren GRÜNEN KandidatInnen zur Landtagswahl kann hier nachgelesen werden.

 

 

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