Parteiübergreifender Dank an Leipziger Ehrenamtliche, die Geflüchteten helfen

Der gestrige Empfang „RESPEKT“ im Neuen Rathaus der Stadt Leipzig galt den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die sich in Leipzig für Geflüchtete engagieren. Damit sagten wir, die Leipziger Abgeordneten aus dem Sächsischem Landtag, Bundestag und Leipziger Stadtrat sowie der DGB Leipzig-Nordsachsen und Verdi Leipzig-Nordsachsen parteiübergreifend Danke.

Am Abend standen daher die Projekte der Helferinnen und Helfer im Vordergrund. Sie hatten Gelegenheit, ihre Initiativen vorzustellen.

Darunter MiO, der interkulturelle Mädchentreff im Leipziger Osten. MiO bietet in der Konradstr. 64 Tanzkurse, Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote für Mädchen aller Kulturen an. Die Mädchen stellten den zahlreichen Gästen neben dem Tanzprojekt eine Umfrage vor, in der evaluiert wurde, was den Mädchen am MiO gefällt, warum sie da sind und was die Angebote jedem Mädchen persönlich bringen.

Aus dem Leipzier Patenschaftsprogramm ‚Ankommen in Leipzig. Paten für Flüchtlinge‘ des Flüchtlingsrats Leipzig e.V. berichtete beispielhaft ein Paten-Tandem von der gemeinsamen Zeit. Die Leipziger und die afghanische Familie zeigte, dass Ankommen durch direkte Kontakte zu Einheimischen viel leichter und schneller abläuft.

Der syrische Gitarrenspieler Human Nabuti verzauberte uns mit seiner Musik. Vor seiner FLucht hat er an der Musikhochschule Damaskus Musik mit Spezialisierung auf das Gitarrenspiel studiert. Jetzt ist er Masterstudent für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Leipzig. Er ist bereits im Libanon, in Frankreich und in Deutschland aufgetreten. Human Nabuti komponiert eigene Musikstücke und arbeitet daran, ein neues Genre zu entwickeln: orientalischen Jazz.

Kritische Stimmen kam vom Asylum Seekers‘ Movement. Es ist die einzige in Sachsen agierende unabhängige, politische und selbstorganisierte Gruppe von Geflüchteten, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzt. Die Asylum Seekers waren beim Protestcamp von Geflüchteten auf dem Theaterplatz in Dresden 2015, in Heidenau, Freital und in Leipzig bei Protesten von Bewohnerinnen und Bewohner des Zeltlagers am Deutschen Platz aktiv. Sie berichteten von Schwierigkeiten von Geflüchteten bei der Selbstvernetzung und -vertretung und sahen auch die Veranstaltung selbst kritisch.

Nach der Vorstellung der einzelnen Projekte bestand ausgiebig Gelegenheit zur Vernetzung der Aktiven untereinander sowie zum ins Gespräch Kommen mit Abgeordneten und Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern.

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