Chancengleichheit/Frauen in Kunst und Kultur: CDU/SPD lehnen GRÜNEN Antrag als überzogen ab

Pressemitteilung 2015-403

Dresden. Zur heutigen Ablehnung des GRÜNEN-Antrags „Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich“ durch die CDU- und SPD-Fraktionen im Kulturausschuss des Sächsischen Landtags erklärt Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Dass die CDU-Fraktion unseren Antrag mit Verweis auf die Freiheit der Künste versucht, als überzogen darzustellen, verwundert nicht. Es ist Teil der gewohnten kulturpolitischen Unbeweglichkeit, die insbesondere auf der Unfähigkeit fußt, Handlungsoptionen differenziert zu diskutieren. Anders ist nicht zu erklären, dass so getan wird, als wollten wir in Schauspielensembles und Orchestern entgegen künstlerischer Erfordernisse eine starre Quote einführen“, stellt Maicher fest. „Würde man der CDU Glauben schenken, müsste die Freiheit der Kultur in anderen Bundesländern, die Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Künstlerinnen und kulturschaffenden Frauen bereits umsetzen, dem Untergang geweiht sein.“

„Wirklich mehr erwartet hätte ich von der SPD-Fraktion. Wenn unsere Forderung, eine paritätische Besetzung von Führungspositionen in staatlichen Kultureinrichtungen und Gremien der Kulturförderung bis 2025 als Zielvorgabe zu formulieren, schon zu ambitioniert ist, müssen sich die Kolleginnen und Kollegen schon die Frage gefallen lassen, wie ernst ihnen Gleichstellung wirklich ist. Vielleicht hoffen sie ja, dass wir allein durch Zuschauen bis 2050 eine echte Gleichstellung erreichen? Ich sage Ihnen, es genügt eben nicht, eine Gleichstellungsministerin zu haben und das Ziel Chancengleichheit von Frau und Mann zu postulieren, wenn in den politischen Handlungsfeldern dann keine Taten folgen.“

„Wir werden als GRÜNE-Fraktion unsere Forderungen an die Staatsregierung aufrecht erhalten und mit den Akteurinnen aus Kunst und Kultur weiterentwickeln. Der große Handlungsbedarf ist in unseren zahlreichen Fachgesprächen und auch bei der Anhörung im Landtag am 2. November bereits mehr als deutlich geworden.“

„Wir streben eine paritätische Besetzung von Führungspositionen an, damit dort ein Perspektivwechsel hin zur Situation der Frauen und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie herbeigeführt werden kann. Wir wollen die Gleichstellungsarbeit in den Einrichtungen stärken, ein Stipendium für freie Künstlerinnen zum Wiedereinstieg in die Arbeit nach der Geburt von Kindern einführen und die Vernetzung durch eine landesweites Frauenkulturbüro voranbringen.“

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GRÜNER Antrag „Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich“ (Drs. 6/1879)

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