Befristungen für Mittelbau an Sachsens Hochschulen die Regel – Mindeststandards notwendig

Pressemitteilung 2015-179

Die Zahl der nur befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter an Sachsens Hochschulen hat alarmierende Höhen erreicht. Dies zeigt eine Kleine Anfrage von Dr. Claudia Maicher, stellv. Fraktionsvorsitzende und hochschulpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag. Dazu erklärt die Abgeordnete:

„Die Situation für das wissenschaftliche Personal unserer Hochschulen ist dramatisch. Nicht einmal jeder zehnte wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten und Fachhochschulen verfügt noch über einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Dazu kommt, dass die Zahl der Kurzzeitverträge weiter zunimmt. Jeder fünfte befristete Arbeitsvertrag hat Laufzeiten von unter sechs Monaten. Wissenschaft lebt von neuen Ideen und Dynamik, aber diese Entwicklung ist alarmierend. Hier wird Unsicherheit und fehlende Perspektive zur Regel und der ‚Traumjob Wissenschaft‘ zum Albtraum. Man muss die Nachwuchswissenschaftler für ihre Leidensfähigkeit bewundern, ein Erfolgsrezept für die Zukunft ist das nicht.“

„Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat bei der Vorstellung der 2. Sächsischen Absolventenstudie mehrmals betont, dass sie die Wirtschaft in der Pflicht sieht, attraktive Arbeitsbedingungen für die Absolventen zu schaffen, damit sie dem Freistaat erhalten bleiben. Ich fordere die Ministerin auf, das Gleiche für die Hochschulen in ihrer Verantwortung zu tun. Wir brauchen jetzt Mindeststandards für Arbeitsverhältnisse an unseren Hochschulen. Das schließt unbefristete Arbeitsverträge für Daueraufgaben ein. Die Laufzeit von Arbeitsverträgen bei Drittmittelprojekten muss an die des Projektes gekoppelt sein. Ohne finanzielle Untersetzung dieser Maßnahmen geht es nicht. Eine solide Grundfinanzierung der Hochschulen ist der entscheidende Schlüssel. Das hat meine Fraktion in den jüngsten Haushaltsverhandlungen gefordert. Wir werden auch weiterhin für eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der sächsischen Hochschulen streiten.“

***

„Wissenschaftlicher Nachwuchs“: Antwort auf Kleine Anfrage

Verwandte Artikel