Anhörung zur Situation der Frauen im Kulturbereich zeigt dringenden Handlungsbedarf

Pressemitteilung 2015-363

Dresden. Zur heutigen Anhörung des Antrags der GRÜNEN-Fraktion zu „Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich“ im Kulturausschuss des Sächsischen Landtags erklärt Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion:

„Wir sehen uns durch die Sachverständigen bestärkt, dringend Verbesserungen für Frauen in den verschiedenen Handlungsfeldern von Kunst und Kultur in Sachsen zu bewirken, von staatlichen Kultureinrichtungen, Kunst- und Musikhochschulenüber über individuelle Künstlerinnenförderung bis hin zur Unterstützung der Vernetzung und Interessenvertretung von Künstlerinnen und weiblichen Kulturschaffenden.“

„Dass Gleichstellung kein Selbstläufer ist, obwohl die Sensibilität dafür im Kultur- und Kunstbereich vergleichsweise hoch ist, ist in der Runde sehr deutlich geworden“, sagt Maicher. „Daher fordern wir die Staatsregierung auf, Künstlerinnen und kulturschaffende Frauen besser zu unterstützen.“

Bestätigt wurde in der Anhörung unter anderem die Verknüpfung von ambitionierten Zielen der paritätischen Besetzung von Führungspositionen und Gremien mit Gleichstellungskonzepten und konkreten Maßnahmen. So betonte Gabriele Schulz, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kulturrates, dass die Situation von Frauen eine viel größere Aufmerksamkeit erfahren würde, wenn mehr Frauen an die Spitzen rücken. Dafür können neben der Zielvorgabe auch gezielte Hinweise für Frauen bei Ausschreibungen oder Aufforderungen an Verbände zur Benennung auch von Frauen im Rahmen von Gremienbesetzungen sinnvoll sein.

Prof. Dr. Karl Lenz, Soziologe von der TU Dresden, führte für die Hochschulen aus, dass auch den Gleichstellungsbeauftragten eine Schlüsselfunktion zukomme, die diese momentan kaum erfüllen können. So dürfe die Übernahme dieser Stellen nicht wie jetzt geradezu karriereschädigend sein und sollte mit Entlastungen bei anderen Aufgaben verbunden sein.

Ausdrücklich begrüßt wurde die Forderung der GRÜNEN-Fraktion nach der Ausschreibung von Stipendien für freischaffende Künstlerinnen zum Wiedereinstieg in die Arbeit nach der Geburt von Kindern. Denn „wenn bildende Künstlerinnen Kinder bekommen und eine Weile nicht auf dem Markt vorkommen, sind sie weg“, wie es Gabriele Schulz formulierte. Zustimmung fanden ebenso die Unterstützung der Vernetzung und Interessenvertretung durch ein landesweites Frauenkulturbüro und die Aktualisierung der Datenlage durch eine Studie.

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Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich: Antrag (Drs. 6/1879)

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