Alarmsignal für Sachsens Hochschulpolitik – Vorzeitiger Abschied von Rektor der TU Chemnitz Prof. van Zyl

Pressemitteilung 2015-255

Dresden. Nach einem Bericht der Freien Presse plant der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Arnold van Zyl, seinen vorzeitigen Abschied. Unter anderem weist er darauf hin, dass er keine Spielräume für die Weiterentwicklung der TU Chemnitz sieht.

Dazu erklärt Dr. Claudia Maicher, stellv. Vorsitzende und hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Ich bedauere diese Entscheidung sehr. Professor van Zyl hat das Amt des Rektors der TU Chemnitz 2011 mit vielen frischen Ideen für die Hochschule übernommen.“

„Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange und die gesamte CDU/SPD-Koalition sollten die Entscheidung von Prof. Dr. Arnold van Zyl als Alarmsignal verstehen. Sachsens Wissenschaftspolitik bekommt damit ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis ausgestellt.“

„Die Kürzungspolitik an Sachsens Hochschulen muss ein Ende haben. Seit Jahren haben die Hochschulen einen Stellenabbau nach dem nächsten verkraften – trotz gleich bleibend hoher Studierendenzahlen. Die durch die Staatsregierung  geplante, staatlich verordnete Reduzierung der Studierendenzahlen um 11.000 ist ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.“

„Der Freistaat muss endlich die Verantwortung für die Zukunft seiner Hochschulen übernehmen. Der Stellenabbau gehört gestoppt, die Finanzierung der Hochschulen muss aufgestockt werden. Das haben wir GRÜNE auch in den Haushaltsverhandlungen so gefordert. Der angedrohte Verlust von Prof. van Zyl als Rektor der TU Chemnitz zeigt, dass es höchste Zeit ist, das Ruder herumzureißen.“

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Hintergrund:

Seit 2013 mussten die sächsischen Hochschulen 288 Stellen abbauen. Bis 2020 stehen insgesamt 1.042 Stellen an den Hochschulen zur Disposition. Die CDU/SPD-Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag im Jahr 2014 auf einen Verzicht auf Stellenkürzungen ab 2017 geeinigt, wenn die Hochschulen im Gegenzug einem Hochschulentwicklungsplan zustimmen, der eine Studierendenzahl von 95.000 statt der heutigen 106.000 Studierenden zur Grundlage hat.

Artikel Freie Presse vom 30.07.2015: ‚TU-Rektor will Präsident an süddeutscher Hochschule werden‘

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